Baufinanzierungs-News August 2022

Anstieg Bauzinsen 2022

Die Zinsen sind wieder leicht gesunken

Immobilieninteressierte aufgepasst – Gerade jetzt sollten Sie so akribisch wie nie die Bauzinsen verfolgen! Der Ukraine-Krieg und die drohende Energieknappheit beeinfl ussen den Markt erheblich und sorgen für große Schwankungen in der Wirtschaft. Wer aktuell plant eine Immobilie zu kaufen oder selbst zu bauen, sollte sich genauesten über die aktuelle Lage rund um das Zinsniveau informieren.

Im vergangenen Monat sind die Zinsen für Baudarlehen auf unter 3 % gesunken. Wegen der Rezessionsbefürchtungen, die mit dem vorherrschenden Ukraine-Krieg in Verbindung stehen, haben die Bauzinsen im Juli um mehr als einen halben Prozentpunkt nachgegeben. Experten behaupten, eine grundlegende, längerfristige Trendumkehr sei nicht zu erwarten. Aktuell betragen die Bauzinsen 2,8 %.

Allerdings sind im Verlauf des letzten Quartals und bis zum Jahresende stetig und mehrheitlich, weiter leicht steigende Zinsen zu erwarten. Es wird von einem Prozentsatz zwischen 3,5 % und 4 % ausgegangen. Die Notenbanken einiger Volkswirtschaften der verschiedenen Länder möchten jedoch weiterhin die Normalisierung der Geldpolitik fortführen und zielen damit auf ein gleichbleibendes Preisniveau für die Bürger ab.

Sind Sie an dem Kauf oder dem Bau von Immobilien interessiert, sollten Sie daher das Zinsniveau akribisch verfolgen und das momentan für Sie günstigste Zinsniveau nutzen. Das sich konstant ändernde Marktumfeld bietet voraussichtlich zunehmende Verhandlungsbereitschaft bei Käufern sowie ein größeres Angebot. Daher sollten Sie das Marktumfeld für Preisverhandlungen nutzen, um möglichst lukrative Angebote zu erhalten.

Der Expertenrat für Immobilieninteressierte:

  • Beobachten Sie die Zinsentwicklung genau und vergleichen Sie verschiedene Konditionen miteinander
  • Planen Sie einen Immobilienkauf oder -bau vorausschauend; kalkulieren Sie ein, inwieweit sich höhere Zinsen auf Ihr Vorhaben auswirken würden, sodass Sie Angebote verschiedener Preisklasse stets sinnvoll und logisch einschätzen können, ohne auf lange Sicht große Verluste zu machen
  • Möchten Sie Ihre Immobilienfinanzierung ergänzen, dann lohnen sich Bauspar- und Forwarddarlehen. Mithilfe dieser können Sie sich außerdem in Zukunft niedrige Zinsen sichern
  • Der Wohneigentumserwerb muss konstant gut abgesichert sein. Laufzeiten und Restschuldrisiken können Sie durch eine angemessene und flexible Tilgungshöhe steuern

Bauzinsen schwanken das ganze Jahr über, werden jedoch von der aktuellen Wirtschaftslage stärker beeinflusst. Daher ist es wichtig, die genannten Punkte strikt zu beachten und logisch zu kalkulieren, welche Angebote sich positiv oder negativ auf Ihr Immobilienvorhaben auswirken.

Langfristige und detaillierte Planung erspart Ihnen in diesem Fall mögliche verschweigende Folgen und Verluste. Investieren Sie also die nötige Zeit in die Planung Ihrer Investition und lassen Sie sich gegebenenfalls von Experten beraten.

Das Dilemma der Notenbanken

Die Notenbanken stehen vor einem Dilemma: Einerseits möchten sie der Infl ation Einhalt gebieten, andererseits möchten sie die Märkte vor der befürchteten Rezession schützen. Dabei belasten der Ukraine-Krieg und die Energieknappheit die Märkte deutlich: Im zweiten Quartal dieses Jahres ist das Bruttoinlandsprodukt der USA auf das Jahr gerechnet, um 0,9 % gesunken – die US-Wirtschaft befi ndet sich somit bereits in einer technischen Rezession. Zudem lässt die Kaufkraft in den USA weiterhin immer stärker nach; aktuell liegt die Infl ationsrate bei 9,1 %.

Währenddessen stagniert auch in Deutschland die Wirtschaft weiterhin: Der Euro hat bereits im Juli dem US-Dollar gegenüber deutlich verloren und ist unter die Priorität gerutscht. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr 2021 im Juli um 7,5 % gestiegen.

Die Geldentwertung hat sich in der gesamten Eurozone im vergangenen Monat deutlich beschleunigt und mittlerweile mit einer Höhe von 8,9 % einen Rekordwert erreicht.
Wie daraus zu schließen ist, bestimmt die Zinswende das Marktgeschehen extrem. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 21.07 die Zinsen im Euroraum das erste Mal seit elf Jahren erhöht. Dabei stieg der Leitzins von 0 % auf 0,50 % an und der Negativzins für geparkte Gelder wurde gestrichen. Die Währungshüter möchten jedoch die Normalisierung der Geldpolitik weiterhin fortführen und erwarten auch bei ihrer nächsten Sitzung am 08.09 einen weiteren Zinsschritt.

Das erwarten die Experten

Was ist nun in Hinsicht auf die Zinsentwicklung zu erwarten?
Die meisten Experten berichten, sie erwarten auf kurze Sicht gleichbleibende Zinsen. Hier sprechen wir von Tagen oder Wochen. Auf Halbjahres- und Jahressicht sagen sie jedoch eine leichte Steigung der Zinswerte voraus.
Immobilienfi nanzierung – der Zwiespalt zwischen mieten und kaufen
Die Bauzinsen sind also im vergangenen Monat gesunken, werden jedoch auf lange Sicht steigen. Welche Investition lohnt sich in diesem Fall mehr, kaufen oder mieten?

Immobilienfinanzierung – der Zwiespalt zwischen mieten und kaufen

Die Bauzinsen sind also im vergangenen Monat gesunken, werden jedoch auf lange Sicht steigen. Welche Investition lohnt sich in diesem Fall mehr, kaufen oder mieten?

Viele Menschen sind der Meinung, mieten sei deutlich günstiger als kaufen. Eine Studie des Instituts für Wirtschaft IW Köln ergab jedoch, dass es im Jahr 2021 im
bundesdeutschen Durchschnitt um 59,2 % günstiger war, eine Immobilie zu kaufen, anstatt sie zu mieten.

Trotz der steigenden Baugeldzinsen geht das IW Köln davon aus, dass der Kauf einer Immobilie selbst bei einem Zins von 3 % von Vorteil ist.

Zur gleichen Thematik hat Immowelt Angebotspreise von Bestandswohnungen untersucht, die Wohnung waren dabei alle 75 Quadratmeter groß, hatten drei Zimmer, lagen im ersten Stock und wurden in den 1990er Jahren gebaut. Die Untersuchung stellte stagnierende bis leicht rückläufi ge Kaufpreise bis Jahresende für 10 von 14 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern heraus.

Zusätzlich behauptet Immoscout24, dass die Mietpreise gerade in der Neuvermietung spürbar gestiegen seien – im Vergleich zu 2021 wurden die Angebotspreise für Bestandswohnungen um 4,6 % und für Neubauwohnungen um 7,6 % verteuert. Dies lässt sich besonders in Großstädten mit höchster Nachfrage erkennen.

Es lässt sich also feststellen, dass sich der Kauf von Immobilien gegenüber der Miete deutlich mehr lohnt, trotz steigender Bauzinsen.

Baufinanzierung durch Eigenleistung – clevere Chance oder fatale Falle?

Nebenkosten Zinsen

Vielleicht haben Sie auch schon mit dem Gedanken gespielt, sich einen Teil der Kosten für den Immobilienbau zu sparen und selbst Hand anzulegen. An und für sich ist das eine rühmliche Idee und gerade bei den steigenden Zinsen gut nachvollziehbar. Allerdings bringt sie auch einige Nachteile mit sich, die motivierte Heimwerker leider oft erst zu spät erkennen.

Die Aktion pro Eigenheim führte auf, dass sich lediglich 10 % der gesamten Baukosten durch Eigenleistung ersetzen lassen. Im Gegensatz zu einem großen Kostenersparnis bringt Eigenleistung in der Regel nur einen hohen Zeitaufwand, längere Bauzeit, teilweise unzureichende fachliche Qualifi kation und den Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen mit sich.

Überprüfen Sie Ihre eigenen Qualifizierungen

Bei dem Bau einer Immobilie fallen unzählige verschiedene Arbeiten an, die allesamt ordentlich und fachgemäß erledigt werden müssen, um am Ende ein sicheres Haus oder eine sichere Wohnung zu erzielen. Die Arbeitsbereiche reichen von der Maurerarbeit, über das Einbauen von Fenstern und die Fliesenverlegung bis hin zum Streichen der Wände.

Planen Sie, Ihre Immobilie in eigener Hand zu bauen, sollten Sie sich über sämtliche anfallenden Aufgaben im Klaren sein, die nötigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten besitzen und sicher mit den benötigten Werkzeugen umgehen können. Fehlendes Fachwissen zieht fatale Folgen mit sich, die mit professioneller Hilfe umgangen werden können.

Allerdings möchten wir Sie nicht voll und ganz von Ihrem Plan abhalten. Ein gewisser Teil an Eigenleistung kann immer erbracht werden. Es lohnt sich daher im Voraus einzuschätzen, welche Arbeiten in Eigenleistung sinnvoll und möglich sind und welche besser von einem Bauunternehmen übernommen werden sollten. Arbeiten wie das Tapezieren, Malern, das Verlegen von Böden oder auch die Bepflanzung des Gartens können in der Regel sorgenfrei in Eigenregie übernommen werden. Allerdings sollten Sie in jedem Fall von der Übernahme der Maurerarbeit sowie Heizungs-, Sanitär- und Elektroarbeiten absehen.

In Zusammenarbeit mit einem Sachverständigen zum Traumhaus

Laut dem Verband Privater Bauherren (PVB) ist es sinnvoll, sich bei Eigenleistung im großen Umfang von einem Sachverständigen begleiten zu lassen. In diesem Fall müssen vor dem Vertragsabschluss alle Bedingungen geklärt werden. Legen Sie im Vertrag detailliert fest, welche Partei welcher Arbeiten übernimmt und achten Sie auch auf Überschneidungen zwischen der Fremd- und Eigenleistung. Um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß abläuft, sollten Sie Ihre Eigenleistung regelmäßig, bauchfachlich durch einen Sachverständigen kontrollieren lassen.
Auf diese Weise umgehen Sie mögliche Fehler und gewährleisten, dass alle Arbeitsschritte ordentlich protokolliert werden und es im Nachhinein keine Missverständnisse gibt.

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